Der Ablauf
Vorbereitung zuhause
Die Vorbereitungen beginnen schon ein gutes halbes Jahr vor der eigentlichen Reise nach Schweden. Bei zwei Treffen mit der Gruppe und in mehreren Briefen erhalten die Teilnehmer Anregungen und
Hinweise für ihren individuellen Weg.
Mit dem Entschluss, auf Visionssuche zu gehen, beginnt der innere Prozess. Dazu gehört die Klärung der Frage, was Auslöser für diesen Schritt war ei auch die innere Vorbereitung auf die Zeit in der
Wildnis.
Eingewöhnung in Schweden
Die Zeit in Schweden dauert insgesamt zehn Tage. Die ersten drei Tage dienen der intensiven Einstimmung und sind durchzogen von Ritualen, Übungen und Zeiten für Gespräche. Das Einüben in das Alleinsein und die Eingewöhnung in die Wildnis oder treffender: die Entwöhnung von der Zivilisation, steht in dieser Zeit an. In diesen Tagen sucht sich jeder seinen persönlichen Kraftplatz, an dem er die Schwellenzeit verbringen wird.
Drei Tage allein in der Wildnis
Für die so genannten Schwellenzeit gilt eine ganz einfache, uralte Regeln:
Gehe alleine in die Wildnis, bleibe drei Tage und drei Nächte an deinem Platz
und faste.
Nur mit dem Nötigsten ausgerüstet reduziert sich das Leben auf die elementaren Handlungen. Es gibt keinen Plan, keine Aufgabe, kein Ziel. Die Zeit fließt zäh dahin, die Wahrnehmung wird feiner, nach
innen und nach außen. In einer solchen Losgelöstheit inmitten der Wildnis erleben die Suchenden die unerklärlichsten Dinge. Innere Klärungsprozesse, spirituelle Erlebnisse, Got-tesbegegnungen lassen
sich meist nur schwer in Worte fassen. Aber ihre verändernde Wirkung ist gleichwohl zu spüren, manchmal über Jahre. Dabei muss es während dieser Tage nicht zu dramatischen Umwälzungen kommen. Auch
die kleinen Begebenheiten, die aus der Tiefe der Seele aufsteigen, gehören zu den Kostbarkeiten, die bisher noch jeder und jede aus der Schwellenzeit mitgebracht hat.
Rückkehr
Die Rückkehr in den Alltag braucht Zeit und Muße. Daher bleibt die Gruppe noch ein paar Tage vor Ort. Das Fastenbrechen und die körperliche Erholung, das Nacharbeiten, Ausschlafen und Nachträumen
stehen jetzt im Vordergrund. Am ersten Abend nach der Schwellenzeit ist Raum für die Geschichten der Teilnehmer. Jeder erzählt mit seinen eigenen Worten und in seinen Bildern von dem, was ihm
widerfahren ist. Vieles bleibt aber auch noch ungesagt. Es braucht oft Zeit, um das Erlebte begreifen zu können, manchmal viele Wochen und Monate.
Danach steht die Frage der Bedeutung des Erlebten für den Alltag in der Familie, der Bezie-hung, am Arbeitsplatz, und für die Gesellschaft zur Klärung an. Es gilt den „Ertrag" zu sichern und mögliche
Konsequenzen anzudenken.
schöpfungsspirit